03.03.2009 13:33

Es ist manchmal erstaunlich, wie schnell sich Trends durchsetzen. Nach ein paar Jahren kann sich kaum noch jemand daran erinnern, dass es auch einmal Zeiten gab, in denen alles anders war. Ein gutes Beispiel dafür ist die Haarentfernung. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass Frauen schon immer darauf bedacht waren, ihre Körperbehaarung zu entfernen. Doch ein kurzer Blick in die Sittengeschichte zeigt, dass dies in Deutschland erst in den 1990er Jahren populär geworden ist. Aus kaum noch nachvollziehbaren Gründen begannen Frauen plötzlich, sich nicht nur die Bikinizone zu rasieren. Sie entwickelten einen regelrechten Ehrgeiz darin, eine möglichst komplette Enthaarung vorzunehmen. Wie bei allen Trends weiß am Ende niemand mehr, woher sie eigentlich gekommen sind. Doch es ist erstaunlich, wie schnell er in diesem speziellen Fall zu einer Massenbewegung wurde. Man findet kaum noch junge Frauen, die nicht regelmäßig eine Epilation oder Depilation machen. Besonders schmerzhaft ist die Haarentfernung mit Wachs. Dafür hält das Ergebnis auch einige Wochen. Wesentlich schmerzloser ist eine Rasur, die dafür aber auch in kurzen Abständen wiederholt werden muss. In allen großen Metropolen der Welt findet man Studios, in denen Profis sich um die Haarentfernung kümmern. Es gibt Haarentfernung in Frankfurt, New York und Tokio. Dies ist eine ganz besondere Form der Globalisierung. Bislang waren Männer in der Regel nicht betroffen von diesem Thema. Doch in den letzten Jahren ist auch die männliche Körperbehaarung in Verruf geraten. Galt sie einst noch als Ausdruck höchster Männlichkeit, finden manche Frauen sie mittlerweile sogar eklig. Ob es allerdings deswegen sein muss, dass stark behaarte Männer sich in qualvollen Behandlungen die Haare entfernen lassen, darf zumindest bezweifelt werden. Zumindest ist aber die Gleichberechtigung auch auf diesem Sektor angekommen. Vielleicht war dies nicht in dieser Form beabsichtigt von der feministischen Bewegung, aber eine gewisse Schadenfreude dürfte trotzdem bei vielen Frauen vorhanden sein.

 

 

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