Die Milz - klein, aber wichtig

30. August 2008 10:12

Die menschliche Milz wiegt ungefähr 150 g und ist das kleinste Organ in der Bauchhöhle. Im linken Oberbauch liegt sie in einem Dreieck zwischen dem Zwerchfell, dem Magen und der linken Niere. Da die Milz eng mit dem Zwerchfell verbunden ist, bewegt sie sich bei jedem Atemzug mit. Sie wird von Rippen bedeckt und ist deshalb nicht tastbar. Die Milz gehört streng genommen zum Immunsystem und fungiert wie eine Art Filter innerhalb des Blutkreislaufs. Alle Eindringlinge werden von der Milz aufgefangen und gefiltert. Sie unterschiedet, was für den Körper gefährlich ist und was nicht. Damit die Milz ihrer Filterfunktion nachkommen kann, wird ihr von einer Arterie oder großen Schlagader Blut zugeführt und durch eine große Vene wieder abgeführt. Die Milz ist eine Art Schwamm, der sich ständig mit Blut vollsaugt. Aber nur die jungen und beweglichen roten Blutkörperchen werden von der Milz wieder abgegeben. Die im Schnitt 120 Tage alten weißen Blutkörperchen werden festgehalten und von der Milz absorbiert. Man könnte die Milz auch mit einem Parkplatz oder einem Depot für weiße Blutkörperchen vergleichen. Da die Leukozyten aber nicht ständig im Blutkreislauf unterwegs sind, sammeln sie sich an verschiedenen Stellen im Körper. Zum Beispiel in den Lymphknoten und eben auch in der Milz. Lymphknoten sind aber nur für bestimmte Körperbereiche zuständig, die Milz hingegen für den gesamten Blutkreislauf. In der Milz warten die weißen Blutkörperchen auf Krankheitserreger und reagieren sofort, wenn ein Erreger vorbeigespült wird. Andere Leukozyten patrouillieren im Blutkreislauf und sorgen so dafür, das Bakterien keine Chance haben, sich im Körper festzusetzen. Bei einer Blutvergiftung, einer Erkrankung bei der sich die Bakterien explosionsartig vermehren, sind die Milz und ihre kleinen Helfer, die weißen Blutkörperchen, überlebenswichtig. Obwohl die Milz ein wichtiges Organ ist, ist sie kein lebensnotweniges Organ. Kommt es zum Beispiel bei einem Unfall zu einem Milzriss, einer so genannten Milzruptur, muss das Organ sofort operativ entfernt werden, da die starke Durchblutung lebensgefährlich werden kann. Die Leber übernimmt dann einen Teil der Aufgaben, aber der Mensch ist ohne Milz wesentlich anfälliger für Infektionen. Bei Kindern im Wachstum wird nach Möglichkeit auf eine Entfernung der Milz verzichtet. Zu den Erkrankungen der Milz gehören die Über- oder Unterfunktion. In beiden Fällen vergrößert sich die Milz, was bei einer Ultraschalluntersuchung gut zu erkennen ist. Beide Störungen können gut medikamentös behandelt werden. Für eine Milzvergrößerung kann auch ein Blutstau verantwortlich sein. Das ist häufig bei Leberzirrhosen oder einer Herzschwäche der Fall. Auf Dauer wird dabei das zarte, äußere Gewebe der Milzhülle zerstört. Bei einer genetisch bedingten Anämie (Sichelzellenanämie) verändern die roten Blutkörperchen ihre Form und bleiben in der Milz hängen. Die Milz baut die eigentlich frischen und notwenigen roten Blutkörperchen ab und die Abfälle zirkulieren im Körper. Das kann eine schwere Gelbsucht auslösen und die Entfernung der Milz ist die einzige Lösung.

 

 

 

 

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